Hinter Mobbing steckt ein System

"Wir machen dich trotzdem fertig!“

Der Leidensweg begann bei Tina mit einem zunächst harmlosen Streit mit ihrer besten Freundin Verena. Man war zwar schnell wieder gut miteinander, dennoch startete Verena in den nächsten Tagen eine Hetzkampagne gegen ihre Freundin. Ein paar Pusteln auf Tinas Haut erklärte Verena zur ansteckenden Hautkrankheit. Andere Attacken folgten, von Mitschülerinnen und Mitschülern, denen sie das niemals zugetraut hätte. Allmählich wurde sie immer mehr isoliert. Trotz aller Anfeindungen verließ sie die Schule nicht. Was sie jedoch in diesen Jahren erlebte, hat ihr späteres Leben mit geprägt.

„Ein Schüler wird gemobbt oder tyrannisiert, wenn er wiederholt und über eine längere Zeit negativen Handlungen durch einen oder mehrere andere Schüler ausgesetzt ist.“ (Olweus 2002, 60) Mobbing ist also „kein Konflikt zwischen Zweien oder einigen Wenigen, die gleich stark sind und Krach miteinander haben. Mobbing bezeichnet den wiederholten und systematischen Missbrauch einer sozialen Machtposition.“ (Schäfer/Korn 2004 I, 263) Es handelt sich um einen gruppendynamischen Prozess. Da Mobbing nicht den Regeln eines Konflikts folgt, ist der Einsatz von Mediation in diesem Fall wenig geeignet.

Sieben Fragen und Antworten zum Thema Mobbing

Wie weit verbreitet ist Mobbing? Vorlesen lassen

Mobbing unter Schülern ist kein neues Phänomen und ist weit verbreitet. Es gibt keine empirischen Belege dafür, dass Mobbing zugenommen hat. Schätzungsweise 15% der Schüler der weiterführenden Schulen können als Opfer bezeichnet werden, etwa 4% müssen als ernstes Opfer ein- oder mehrmals pro Woche Attacken über sich ergehen lassen. Von der Grundschule hin zur weiterführenden Schule finden wir weniger als 4% stabile Opfer (Schäfer/Korn 2004 II, 265). An den Grundschulen ist es wahrscheinlicher, nicht über sehr lange Zeit Opfer zu bleiben. Das bedeutet, dass die Stabilität dieser Prozesse geringer ist, eine Spitze der Auftretenshäufigkeit wird von den 6. und 7. Klassen berichtet. (Schäfer/Korn 2004 I,18, Korn 2006, 5)
Selbst bei vorsichtiger Schätzung entsprechen diese Zahlen rund einer halben Million Mobbingopfer an weiterführenden Schulen, die lange Zeit einer Leidenszeit ausgesetzt sind. In den englischsprachigen Ländern wurde der in Skandinavien verwendete Begriff Mobbing durch Bullying ersetzt.

Wie erkennt man, welche Kinder und Jugendliche gemobbt werden? Vorlesen lassen

  • Sie werden in diffamierender Weise gehänselt, beschimpft, lächerlich gemacht, eingeschüchtert, bedroht, herumkommandiert usw. Man macht sich über sie lustig und lacht sie in herabsetzender Weise aus.
  • Man reitet auf ihnen herum, schiebt sie beiseite, pufft sie, schlägt sie…
  • Sie werden in „Streitigkeiten“ und „Kämpfe“ hineingezogen, in denen sie fast wehrlos sind und aus denen sie sich – meist vergeblich – versuchen zurückzuziehen.
  • Mitschüler nehmen ihre Bücher, ihr Geld oder anderen Besitz (Kleidung) weg, verstecken diesen oder schrecken auch vor Beschädigungen nicht zurück.
  • Sie haben Prellungen, Verletzungen, Schnitte, Kratzer, für die es keine natürliche Erklärung gibt.
  • Sie sind (oft) allein und ausgeschlossen von der Gruppe Gleichaltriger.
  • Bei Mannschaftsspielen werden sie als letzte ausgewählt.
  • Sie suchen in der Pause gern die Nähe zu Erwachsenen (Lehrer).
  • Sie haben Mühe vor der Klasse zu sprechen und machen eher einen unsicheren, ängstlichen Eindruck.
  • Sie scheinen oft hilflos, niedergeschlagen, den Tränen nahe zu sein.
  • Ihre schulischen Leistungen können plötzlich oder allmählich nachlassen. (Olweus 2002, 61 f.)

Welche Rollen haben dabei die einzelnen Schüler? Vorlesen lassen

Weil fast die ganze Klasse beteiligt ist, genügt es nicht, nur Opfer und Täter zu charakterisieren. Den verschiedenen Schülern werden verschiedene Rollen zuteil: Da sind zunächst neben dem Täter die Assistenten und Unterstützer des Täters, die von sich aus nicht mit dem Mobbing anfangen, aber sofort mitmachen, wenn der Täter damit anfängt. Neben dem Opfer gibt es in diesem Beziehungsgeflecht die Verteidiger des Opfers und die Außenstehenden, die selbst keine Stellung beziehen und sich heraushalten. Ab einer bestimmten Phase wird es oft risikoreich, für das Opfer Stellung zu beziehen, in diesem Stadium wenden sich nicht nur die Verteidiger, sondern auch gute Freunde ab.

Was ist typisch für Opfer, was ist typisch für Täter? Vorlesen lassen

Ein weit verbreitetes Vorurteil: Das Opfer ist selbst schuld an seiner misslichen Lage! Empirische Erhebungen zeigen, dass jeder in die Rolle des Opfers gelangen kann. Eines ist jedoch wichtig: Den Opfern wird immer eine „Abweichung“ vom Normalen angedichtet („die ist immer so komisch angezogen“, „der ist hochnäsig“ oder Ähnliches). Die Rolle des Opfers hängt also nicht von dessen Eigenschaften ab. Täter sind sehr einfallsreich, wenn es darum geht, Gründe für ihr Mobbing anzugeben. Täter sind sich der Schwächen ihrer Opfer bewusst und setzen dieses Wissen strategisch und systematisch ein, um ihren eigenen Status zu halten oder gar zu verbessern und das Opfer fertig zu machen.

Das Vorurteil der Schuld der Opfer ist demnach nicht belegbar. Im Gegenteil sind Mobbingopfer nie schuld daran, dass sie gemobbt werden. Es gibt bei aller Vielfalt menschlicher Geschöpfe keinen wirklich legitimen Grund, jemanden zu mobben.

Die Schülern müssen daher lernen: „Man muss nicht jeden mögen, das heißt aber nicht, dass man jemand, den man nicht mag, mobben darf!“
(Schäfer/ Korn 2004 II,19)

Die treibende Kraft des Mobbingprozesses ist das aggressive Dominanzstreben des Täters, d.h. er verspricht sich einen Vorteil von seinen aggressiven Handlungen. Diese werden oft von früher Kindheit an erprobt. Sie werden auch solange aufrechterhalten, solange die Umgebung die Erfolgserwartung des Täters nicht enttäuscht. Dabei weiß man von neueren Untersuchungen, dass die sozio-kognitiven Fähigkeiten des Täters denen der Mitschüler eher überlegen sind. Diese Fähigkeiten werden vom Täter kühl kalkulierend eingesetzt, um die Mitschüler in seinem Sinne zu beeinflussen.

Ein weiteres Vorurteil: Nicht introvertierte oder physisch schwächere Kinder sind von vorneherein für die Opferrolle prädestiniert. Es kann im Gegenteil ein physisch schwächeres Kind aufgrund anderer Fähigkeiten in einer Klasse hoch angesehen sein. Das ausgesuchte Opfer ist in der Regel im Gefüge der Klasse schwächer gestellt, so dass diese Position dem Täter erlaubt mit Hilfe von „voreingestellten“ Schemata (z.B. Verlierer, Weichei) durch gezielte Attacken die Wahrnehmung der Mitschüler zu beeinflussen. Wenn es dem Täter gelingt, durch systematische Wiederholung der Attacken beim Opfer - die erwarteten - „inadäquaten“ Reaktionen zu provozieren, ist der Prozess voll in Gang gekommen. Im Verlauf dieses Prozesses verstärkt der Täter seine dominante Rolle, während das Opfer in seinem Handlungsspielraum sukzessive eingeschränkt wird und seine Position letztlich auf eine in der Gemeinschaft untergeordnete Rolle hinausläuft.

In der Regel reagieren Mitglieder einer Gruppe auf Aggressionen gegen andere Mitglieder der Gruppe mit Ablehnung. Je besser das einzelne Mitglied der Gruppe mit den vorhandenen Normen übereinstimmt, umso stärker ist dessen sozialer Status innerhalb der Gemeinschaft. Wird das Verhalten eines Kindes aber von mehreren Gleichaltrigen nicht akzeptiert, verliert ein Kind schnell die Übersicht über die negative Einschätzung seiner Schulkameraden. Dies erleichtert letzten Endes auch das Mobbing des Täters/der Täterin, weil sich der Großteil der Gruppe zur Verteidigung des Opfers nicht veranlasst sieht bzw. weil es dem Täter gelingt, eine größere Berechtigung seiner Attacken aufgrund der Normen der Klasse glaubhaft zu machen. (Schäfer/Korn 2004 I, 266 ff.)

In welchen Stufen verläuft ein Mobbingprozess? Vorlesen lassen

Der Täter sucht sich durch kleinere Gemeinheiten gegen verschiedene Kinder ein geeignetes Opfer aus. In dieser Phase konzentriert sich das Verhalten der Mitschüler auf die Rolle des Täters/der Täterin (Explorationsstadium).

In der zweiten Phase beginnen die systematischen Attacken gegen das Opfer. Wenn der Prozess überhaupt durchbrochen werden soll, muss das in dieser Phase geschehen. In dieser Phase spielt nämlich auch das Verhalten der Lehrkräfte und das Verhalten der Mitschüler eine ganz entscheidende Rolle. Ignorieren im ersteren Fall und Nichteingreifen bzw. Tolerieren im zweiten Fall deutet der Täter als Billigung (Konsolidierungsstadium).

In der dritten Stufe der Eskalation hat es der Täter geschafft, die Klasse zu überzeugen, dass die Attacken gegenüber dem Opfer gerechtfertigt sind. In diesem Stadium ist die Rolle des Opfers irreversibel festgelegt und der Täter hat weitgehenden Einfluss darauf, die sozialen Normen der Gemeinschaft zu definieren. Der Täter/die Täterin erzielt eher Anerkennung und aktive Unterstützung, während das Opfer von den Mitschülern abgelehnt und innerhalb der Klassengemeinschaft isoliert bleibt (Manifestationsstadium).

Weshalb bleibt Mobbing oft so lange unentdeckt? Vorlesen lassen

Mobbing wird durch mangelnde Kontrolle am Anfang begünstigt. In der Schule sind besonders Klassenzimmer geeignet, in denen keine Aufsicht mehr stattfindet, oder Pausenhöfe, bei denen zeitweise keine Lehrkräfte anwesend sind. Der Täter meidet zumindest am Anfang des Prozesses die Öffentlichkeit. Je länger der Prozess jedoch andauert, umso dreister und offensichtlicher werden die Übergriffe. Zudem vertrauen sich Mobbingopfer weder in der Schule noch zu Hause Erwachsenen an, weil sie kein Vertrauen in deren Hilfe haben. Sie fühlen sich zumindest zum Teil selbst schuldig. Deshalb erklären auch viele Schulleiter und zum Teil Lehrkräfte zu Recht Mobbing als einen Vorgang, der an ihrer Schule - wenn überhaupt - nicht häufig vorkomme.

In Stadium 1 und 2 braucht der Prozess die Intervention der Lehrkräfte, die natürlich mit geeigneten Strategien vertraut sein müssen. Denn von den Schülerinnen und Schülern lehnen zumindest am Anfang gut zur Hälfte die Aggressionen des Täters ab.

Was kann die Schule aktiv gegen Mobbing tun? Vorlesen lassen

  • Mobbing muss als ein Problem definiert werden, das – abgesehen von Entstehungsgründen – in den Zuständigkeitsbereich der Schule fällt.
  • Mobbing kann auf allen Ebenen der Schule stattfinden, auch unter Lehrkräften und auch gegenüber dem Schulleiter. Für Kinder und Heranwachsende gestaltet es sich in der Regel zu einem großen Problem, das zur Tragödie werden kann. Deshalb muss Mobbing in der Schule wahrgenommen werden. Um dies zu erreichen, ist ein vertrauensvolles Klima zu den Schülern seitens der Lehrkräfte notwendig. Experten sprechen auch über ein „Erzählklima“.
  • Zunächst muss man einem Opfer Glauben schenken, denn kein Opfer wird ohne Not von seinen seelischen Qualen berichten.
  • Der Schutz des Opfers muss das vorderste Ziel sein. Denn das Opfer ist nie selbst schuld an seiner misslichen Lage.
  • Maßnahmen und geeignete Strategien müssen auf den individuellen Fall abgestimmt sein, um greifen zu können. Maßnahmen wie das Opfer aus der Klasse zu nehmen oder einen Schulwechsel zu empfehlen, sind nicht ohne weiteres zu empfehlen. Der Täter lernt so, Mobbing zu nutzen, um jemanden loszuwerden. Die Gruppe lernt, Mobbing als Gewaltform letztlich zu akzeptieren. Deshalb erweist sich der Schulwechsel in der Regel nur in der Hälfte der Fälle als geeignete Lösung. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen leben mit stark erhöhtem Risiko, erneut zum Opfer zu werden.
  • Eine kleinere Maßnahme kann die Änderung einer Sitzordnung der Klasse sein, beispielsweise, dass das Opfer in eine ihm freundlich gesonnene Gruppe gesetzt wird. Das Opfer einige Zeit vor dem Rest der Klasse nach Hause gehen zu lassen, kann u. U. eine gewisse Schutzfunktion haben, jedoch auch zur Stigmatisierung führen. Vielleicht hilft auch ein engagierter Tutor, der in der Pause danach sieht, dass es nicht zu unerwünschten Übergriffen kommt.
  • Bei Mobbing geht es um ein unerwünschtes Verhalten und nicht um Personen! Deshalb kann man innerhalb der Gruppe einen Maßnahmekatalog erarbeiten lassen, der diese unerwünschten Formen definiert und erwünschte Formen des Zusammenlebens dagegen setzt. Der Maßnahmenkatalog muss jedoch auch Sanktionen enthalten für den Fall, dass sich jemand nicht an die Regeln hält. Auf diese Weise kann eine Klassengemeinschaft auch lernen, dass Mobbing keine „Sackgasse“ sein muss, sondern dass es auch konstruktive Wege aus der Situation gibt und Mobbing kein legitimes Mittel sein darf, um persönliche Interessen durchzusetzen. (Korn/ Schäfer 2004 I, 20)
  • Da man gegen Mobbing effizient nur im Vorfeld etwas tun kann, sind geeignete Präventionsmaßnahmen bei der Lehrerfortbildung sehr zu empfehlen. Denn viele Lehrkräfte wissen nicht, wie sie mit dem Problem professionell umgehen können. Manchen Lehrkräften ist auch nicht bewusst, wie ihr Führungsstil auf die Klasse wirkt. (Schäfer 2006, 9)
  • Lehrerverhalten kann u.U. auch ein Einstieg zu einem Mobbing sein. Ein Satz wie „Du schaffst es eh nie bis zum Abitur!“ kann auch unter Mitschülern verhängnisvolle Folgen haben. Deshalb sollten Lehrkräfte mit allzu flapsig gemeinten Bemerkungen behutsam umgehen.
  • Die an Schulen häufig angewandte Problemlösungsstrategie, „Opfer und Täter zu isolieren und miteinander zu konfrontieren, ist genau falsch“. ( Schallenberg 2004, 43)

Die Nationale Vereinigung der Schulpsychologen (National Association of School Psychologists in Bethesda (USA) hat anlässlich des NASP- Kongresses und Kriseninterventions-Wokshops zum Thema Mobbing in den Schulen in Kalifornien 2006 einen Katalog von Maßnahmen zusammengestellt, was die Schule und was Eltern gegen Mobbing tun können. Dieser Maßnahmekatalog wurde aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt und ist im Orginal unter der unten angegebenen Internetadresse abrufbar.

  • Formulieren Sie klare und einheitliche Regelungen in Konsequenz eines Falles von Mobbing, die alle Schüler verstehen können!
    • Beziehen Sie Präventionsprogramme und positive Gegenstrategien gegen Mobbing mit ein.
    • Definieren Sie klar unakzeptables Verhalten.
    • Verlassen Sie sich nicht nur auf Maßnahmen der Bestrafung.
    • Nehmen Sie in den Katalog mit auf, welcher Verlust von Sonderrechten und welche anderen Konsequenzen bei Ausübung von Mobbing drohen.
  • Trainieren Sie das gesamte Schulpersonal mit dem Ziel, Mobbing vorzubeugen und zu verhindern:
    • Lehrkräfte, Verwaltungspersonal, weitere Beschäftigte, Busfahrer, Übungsleiter in den Nachmittagsstunden, weitere Moderatoren und aufsichtsführendes Personal.
    • Legen Sie großen Wert auf Beaufsichtigung und Präsenz.
  • Führen Sie eine Art „Resolution“ bzw. Vereinbarung ein, die das Verhalten an der Schule anspricht und auch Gründe für ein wünschenswertes bzw. unerwünschtes Verhalten nennt.
    • Beziehen Sie die gesamte Schulgemeinschaft, sämtliche Schüler und Eltern in dieses Regelwerk ein.
    • Legen Sie große Bedeutung auf Werte wie Empathie, Rücksichtnahme, Respekt und persönliche Verantwortung.
    • Platzieren Sie diese „Resolution“ an herausragenden Punkten im gesamten schulischen Bereich auch als eine Art Gedächtnisstütze.
  • Ignorieren Sie niemals Verhaltensweisen, die auf ein Mobbing hindeuten.
    • Schreiten Sie bei Mobbing unverzüglich ein.
    • Zeigen Sie angemessenes Verhalten beispielhaft auf.
    • Loben Sie Jugendliche, wenn sie sich richtig verhalten.
    • Zeigen Sie Jugendlichen Alternativen, um Konflikten zu begegnen, und damit Alternativen zu Mobbing auf.
  • Halten Sie die Jugendlichen zu stärkerer Zusammenarbeit an.
    • Ermutigen Sie die Jugendlichen, sich für einen gemobbten Mitschüler einzusetzen und zu den in der Gemeinschaft isolierten Jugendlichen Kontakt aufzunehmen.
    • Klären Sie die Jugendlichen auf, dass man durch Schweigen und Stillhalten den Prozess des Mobbing weiter fördert.
    • Legen Sie bewusst Wert auf Rituale, die Freundlichkeit und Zuneigung fördern.
    • Verstärken Sie bei Jugendlichen das Gefühl, dass Sie auf die Unterstützung von Erwachsenen zählen können.
    • Verwandeln Sie die sog. „schweigende“ Mehrheit in eine Mehrheit, die sich der Verantwortung stellt.
  • Unterscheiden Sie zwischen „Petzen“ und „Berichten“.
    • Viele Heranwachsende wollen nicht, dass ihre Freunde Schwierigkeiten bekommen, erst recht nicht, wenn der Täter in der Gruppe beliebt ist.
    • Legen Sie Wert auf Vertraulichkeit.
    • Schaffen Sie Möglichkeiten für Schüler, sich im Falle eines Mobbing mitzuteilen, ohne Konsequenzen befürchten zu müssen.
    • Benennen Sie die Kollegen und Personen, die für den Fall eines Mobbing Ansprechpartner sind. Es sollten jedoch alle Mitglieder des Lehrkörpers und der Verwaltung in Fragen des Mobbing geschult sein und sich verantwortlich fühlen.
    • Machen Sie den Jugendlichen klar, dass sie jeden Erwachsenen ihres Vertrauens ansprechen können.
  • Seien Sie präsent und wachsam, besonders bei
    • Gemeinschaftanlagen: Hallen, Cafeterias, Umkleiderräume, Spielplätze.
    • Beziehen Sie in Ihre Aufsicht und Verantwortung den Schulweg ein, ob die Jugendlichen mit dem Bus fahren oder zu Fuß nach Hause gehen – dies kann ein wichtiger Teil eines Schultags sein.
  • Schaffen Sie eine Schulkultur,
    • in der Erwachsene sämtliche Formen von Mobbing unverzüglich unterbinden.
    • in der alle Schüler positive Verhaltensformen lernen und einüben.
    • in der alle Schüler, Eltern und sämtliche Angehörige der Schule sich dieser Resolution gegen Mobbing verpflichtet fühlen.
    • die den Bedürfnissen eines jeden einzelnen Schülers gerecht wird.

Kontakt: Mechthild Schäfer; E-Mail: schaef@edupsy.uni-muenchen.de

Beratungseinrichtungen bei Vorfällen von Gewalt und Mobbing

Neben Fragen zur Schullaufbahn, zum Schulsystem und zur Erziehung zu Demokratie und Toleranz stehen die Schulberatungsstellen auch als Ansprechpartner bei pädagogischen und psychologischen Fragestellungen zur Verfügung.
Zur für Sie zuständigen Schulberatungsstelle gelangen Sie, indem Sie einfach auf die Karte klicken:

Karte von Bayern Unterfranken Oberfranken Mittelfranken Oberpfalz Schwaben Niederbayern Oberbayern West Oberbayern Ost München

Seite empfehlen

Schulleben - Die wichtigsten Fragen und Antworten
Termine
Alles zum Übertritt / Schulartwechsel

Interaktives E-Paper

Die Zeitschrift
Mein Bildungsweg

Newsletter bestellen

Seite empfehlen

Vorlese-Steuerung schließen