Sexualität und Schule
Wie können Kinder vor sexuellem Missbrauch geschützt werden? Die wichtigsten Fragen und Antworten
Sexueller Missbrauch liegt dann vor, wenn Erwachsene oder ältere Jugendliche sexuelle Handlungen an Kindern und Jugendlichen zum Zweck der eigenen sexuellen Befriedigung vornehmen, indem sie sich über den Willen des Kindes oder Jugendlichen hinwegsetzen oder dessen Schwäche, Abhängigkeit und/oder mangelnde Einsichtsfähigkeit ausnützen. In diesem Zusammenhang ist auch die Kinderpornographie als eine der verabscheuungswürdigsten Formen des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen zu nennen.
- Körperliche Gewalt geschieht überwiegend innerhalb der Familie; der überwiegende Teil des sexuellen Missbrauchs von Kindern/Jugendlichen geschieht dagegen im nahen Umfeld der Familie/Lebensgemeinschaft.
- Mehr noch als die körperliche Gewalt ist der sexuelle Missbrauch ein schichtübergreifendes soziales Phänomen.
- Während Frauen und Männer bei körperlicher Gewalt zu etwa gleichen Teilen involviert sind, sind in Fällen des sexuellen Missbrauchs bis zu 95 % der Täter Männer.
- Häufige Abwesenheit der Mutter und mangelnder Schutz für die Töchter, wenn z.B. die Mutter berufs- oder krankheitsbedingt längere Zeit außer Haus ist.
- Zunahme der Arbeitslosigkeit. Betroffene Männer verbringen mehr Zeit in der Familie, was im Zusammenhang mit Alkoholproblemen für die Töchter insbesondere dann zum Risiko werden kann, wenn die Mutter berufstätig und viel außer Haus ist.
- Gestörte Mutter- und Tochterbeziehungen.
- Gestörte Ehepartnerbeziehungen, die damit einhergehen, dass sich die Mutter aus ihrer Rolle als Sexualpartnerin des Mannes zurückzieht und der Tochter "das Feld überlässt".
- Abgeschwächtes Inzest-Tabu in der Stiefvater-Stieftocher-Konstellation.
- Geschlechtsrollen-Sozialisation der Männer, die dahin wirken kann, dass Frauen und Mädchen für die Befriedigung sexueller Bedürfnisse prinzipiell verfügbar erscheinen und Sexualität als "nicht steuerbar" interpretiert wird, so dass soziale Normen (z.B. Rücksichtnahme auf die Frau, Inzest-Tabu) unter dem angeblichen Druck der sexuellen Triebe außer Kraft gesetzt werden.
- Wandel der Sexualmoral, d.h. durch die Enttabuisierung und Liberalisierung sexueller Normen werden die Grenzen zwischen erlaubten und unerlaubten sexuellen Handlungen fließender. Der individuelle Anspruch auf die Befriedigung sexueller Bedürfnisse ist gestiegen.
Wenn die Schule zum Ort von sexuellem Missbrauch wird, dann verkehrt sich deren eigentliche Bestimmung – nämlich Schutz- und Lebensraum zu sein – auf tragische Weise in ihr Gegenteil. Alle Beteiligten der Schulgemeinschaft, vom Lehrerkollegium bis hin zur Kultusverwaltung, sind hier in besonderem Maße gefordert, die ihnen anvertrauten Schülerinnen und Schüler durch geeignete Prävention, aber auch durch effektive Interventionsmechanismen davor zu bewahren.
Einrichtungen, die bei Gewalt und sexuellem Missbrauch Beratung und Hilfe anbieten
Prävention von sexuellem Missbrauch