Die Sicherung der Unterrichtsversorgung ist und bleibt ein zentrales Ziel der bayerischen Bildungspolitik, das vom Kultusministerium, allen Einrichtungen der Schulverwaltung und den Schulen mit Nachdruck verfolgt wird.
Im Schuljahr 2009/2010 standen den staatlichen Schulen wie in den Jahren zuvor verschiedene Maßnahmen zur Verfügung, um vor allem dem Problem des kurzfristig auftretenden Unterrichtsausfalls verstärkt begegnen zu können. Viele dieser Maßnahmen haben sich bewährt. In fast allen Schularten konnte der Unterrichtsausfall auf einem niedrigen Niveau stabilisiert werden. Aus diesem Grund werden die Maßnahmen fortgeführt bzw. ausgeweitet.
Nachfolgend wird für alle Interessierten ein Überblick über die wichtigsten statistischen Eckdaten und über die Leistungen gegeben, die der Freistaat Bayern erbringt, um die Unterrichtsversorgung an den staatlichen Schulen sicher zu stellen.
Im Schuljahr 2010/11 wurden an allen 5.860 bayerischen Schulen insgesamt 1.807.888 Schüler von 112.519 Lehrkräften unterrichtet. Die Lehrkräfte hielten Woche für Woche nicht weniger als 2.590.707 Stunden Unterricht.
Diese Zahlen geben einen ersten Eindruck über die Komplexität des Themas "Unterrichtsversorgung".
Auf den folgenden Seiten finden Sie statistische Informationen, die für die Unterrichtsversorgung relevant sind.
Daneben finden Sie hier eine zusammenfassende Vorstellung der neuen Maßnahmen, die im Schuljahr 2010/11 insbesondere helfen sollen, den Unterricht in Zeiten zu sichern, in denen Erkrankungen von Lehrkräften gehäuft auftreten.

Zum Schuljahr 2007/2008 hatte der Freistaat Bayern verschieden Maßnahmen beschlossen, um dem Unterrichtsausfall noch gezielter begegnen zu können. Die Maßnahmen haben sich bewährt, weshalb sie in den folgenden Schuljahren fortgeführt wurden und werden. Der Umfang, in dem drohender Unterrichtsausfall aufgrund der verschiedenen Maßnahmen abgewendet werden konnte, lag bei der letzten Erhebung zum Unterrichtsausfall je nach Schulart zwischen 43 % und 83 %.
I. Festeinstellungen
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Schul- jahr |
GS.1 | HS1 | FS.2 | RS.1 | Gymn.1 | BS.2 |
Fach- lehrer3 |
Insges. |
| 2003/04 | 1 079 | 578 | 356 | 797 | 1 269 | 437 | 219 | 4 735 |
| 2004/05 | 379 | 381 | 107 | 517 | 849 | 426 | 174 | 2 833 |
| 2005/06 | 968 | 436 | 127 | 497 | 1 319 | 201 | 146 | 3 694 |
| 2006/07 | 979 | 309 | 222 | 562 | 1 245 | 296 | 181 | 3 794 |
| 2007/08 | 779 | 317 | 321 | 484 | 1 081 | 307 | 168 | 3 457 |
| 2008/09 | 765 | 372 | 299 | 702 | 1 290 | 403 | 154 | 3 985 |
| 2009/10 | 779 | 397 | 208 | 661 | 1 230 | 493 | 211 | 3 979 |
| 2010/11 | 614 | 398 | 328 | 730 | 1 238 | 453 | 209 | 3 970 |
| Sept. 2009 | Nov. 2009 | Jan. 2010 | Febr. 2010 |
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Aufstockung um 50 auf rd. 2180 |
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Aufstockung um 80 auf rd. 2130 |
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Aufstockung um 150 auf rd. 2050 |
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ganzjährig rd. 1900 Stellen |

1. Eckdaten des bayerischen Schulwesens
Im Schuljahr 2010/11 wurden an allen 5.860 bayerischen Schulen insgesamt 1.807.888 Schüler von 112.519 Lehrkräften unterrichtet. Die Lehrkräfte hielten Woche für Woche nicht weniger als 2.590.707 Stunden Unterricht. Tabelle 1 weist für ausgewählte Schularten einige Eckdaten des Schuljahres 2010/11 aus. Nicht vollbeschäftigte Lehrkräfte sind entsprechend ihrem Stellenanteil auf Vollzeitlehrer umgerechnet.
2. Indikator „Schüler je Klasse“
Die Statistik hat aber nicht nur die Aufgabe, „Zahlen zu sammeln“, sondern sie soll die erhobenen Daten auch analysieren. Und „Analysieren“ heißt im Prinzip nichts anderes als „Vergleichen“. Nur die Einordnung der statistischen Ergebnisse in einen zeitlichen, regionalen oder sachlichen Zusammenhang erzeugt brauchbare Aussagen. Benötigt werden damit Vergleichsmaßstäbe, also Indikatoren. Der bekannteste der in der Schulstatistik verwendeten Indikatoren ist die Relation Schüler je Klasse (Klassenfrequenz):
Allerdings werden in einzelnen Fächern die Klassen aufgeteilt und der Unterricht erfolgt in kleineren, von der Statistik nicht erfassten Gruppen. Die ausgewiesenen Klassenfrequenzen sind also lediglich ein Maß für die durchschnittliche Klassenstärke, nicht jedoch für die durchschnittliche Größe der Gruppen, in denen der Unterricht erteilt wird. Die Klassenfrequenz allein kann die Unterrichtssituation in einer Schulart noch nicht ausreichend abbilden. So kann man bei gleicher Versorgung der Schüler mit Lehrern entweder eine möglichst kleine Klassenfrequenz anstreben oder man bietet ein umfangreicheres Stundenangebot und ein höheres Maß an Differenzierungen an, nimmt aber gleichzeitig eine größere Klassenstärke in Kauf.
3. Indikator „Schüler je Lehrer“
Betrachtet man hingegen den Indikator Schüler je Lehrer, so lassen sich Schulsysteme unabhängig davon vergleichen, ob bei ihnen der Fokus auf eine niedrige Klassenfrequenz oder eine hohe Wochenstundenzahl je Klasse gerichtet ist. In der bildungspolitischen Diskussion hat sich deshalb die „Schüler-Lehrer-Relation“ als der am meisten verwendete Indikator für den Grad der Versorgung mit Lehrern durchgesetzt:
Dabei werden die Schüler auf die in Vollzeitlehrer-Einheiten umgerechneten Lehrkräfte bezogen. Der hohe Relationswert „Schüler je Lehrer“ an der Berufsschule hat seine Ursache im Teilzeitunterricht (vgl. Abb. 3) im Rahmen der dualen Berufsausbildung und spiegelt wider, dass im Teilzeitunterricht vergleichsweise viele Schüler von einem Lehrer betreut werden können.
Der Indikator „Schüler je Lehrer“ beschreibt zwar die Versorgung der Schulen mit Lehrerstellen, lässt aber nur bedingt Aussagen über die tatsächliche Unterrichtsversorgung zu. Denn durch Lehrkräfte, die mit Dienstbezügen abwesend sind oder an Arbeitszeitmodellen teilnehmen, kommt es zu Abweichungen der Stellenbelegung (Grundlage für die Berechnung der Vollzeitlehrer-Einheiten) von der tatsächlich vorhandenen Kapazität. Bei unterschiedlichem Pflichtstundenmaß und unterschiedlicher Zahl von Entlastungsstunden der Lehrer können selbst bei gleicher Schüler-Lehrer-Relation die Schüler zweier Schularten verschieden mit Unterricht versorgt sein.
4. Indikator „Unterrichtsstunden je Klasse“
Genaueren Aufschluss über die Unterrichtsversorgung geben die Relationen „Unterrichtsstunden je Schüler“ bzw. „Unterrichtsstunden je Klasse“. Der Indikator Unterrichtsstunden je Klasse spiegelt das Angebot an wöchentlichem Pflicht- und Wahlunterricht pro Klasse wider. Das entspricht auch näherungsweise dem Unterrichtsangebot, das an jeden einzelnen Schüler gerichtet ist:

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle beantwortet Ihre Fragen

Die Sicherstellung und Verbesserung einer guten Unterrichtsversorgung hat für mich höchste Priorität. Denn sie ist die Grundvoraussetzung für einen qualitätvollen Unterricht – und der ist ein Kernanliegen in einem Schulwesen, das unter dem Anspruch „Qualität und Gerechtigkeit“ steht. Deshalb verfolgen wir die Sicherung der Unterrichtsversorgung im gesamten bayerischen Schulwesen mit großem Nachdruck.

An erster Stelle steht eine gute Grundversorgung der Schulen mit genügend Lehrkräften. Dazu ein paar Zahlen: Zum Schuljahr 2009/2010 wurden an allen Schularten insgesamt 1.230 zusätzliche Planstellen zur Verfügung gestellt. Zum Schuljahr 2010/2011 werden nochmals zusätzliche 1.050 Lehrerstellen geschaffen. Weitere 458 Stellen stammen aus dem Programm „Zukunft Bayern 2020“ für den Ausbau der gebundenen Ganztagsschulen an Hauptschulen und Förderschulen. Die Stellenentwicklung garantiert damit an allen Schularten die Grundversorgung und ermöglicht strukturelle Verbesserungen – so die Senkung der Klassenfrequenzen, die Teilung von Klassen mit hohem Migrantenanteil, den Ausbau der Ganztagesschulangebote sowie der Mobilen Sonderpädagogischen Dienste. Ich sage aber auch ganz klar: In bestimmten Fächern und Schularten gibt es noch Engpässe – etwa in den naturwissenschaftlichen Fächern. Hier haben wir schon über längere Zeit hinweg einfach nicht genügend Bewerber. Wir rechnen jedoch damit, dass sich die Lage aufgrund steigender Absolventenzahlen auch in den MINT-Fächern mittelfristig entspannen wird. Derzeitige Kompensationsmöglichkeiten der Schulen sind zum Beispiel Mehrarbeit, Teilzeitaufstockungen, ein freiwilliges Arbeitszeitkonto oder die Möglichkeit, den Ruhestand freiwillig um bis zu drei Jahre hinauszuschieben. Zudem werden Hochschulabsolventen als „Quereinsteiger“ nachqualifiziert.

Um dem Unterrichtsausfall zu begegnen, müssen die Schulen vor Ort individuell und flexibel reagieren können. Deshalb haben wir in den letzten Jahren die Gestaltungsspielräume der Schulen ausgeweitet. So haben die staatlichen Grund-, Haupt- und Förderschulen die Möglichkeit, auf Lehrkräfte der Mobilen Reserve zuzugreifen. Das Mehrstufenmodell der Mobilen Reserve erlaubt dabei den Einsatz von derzeit rund 2.180 ausgebildeten Lehrkräften. Den staatlichen Gymnasien, Realschulen und Beruflichen Schulen stehen zusätzliche Mittel für den Auf- bzw. Ausbau eines Vertretungspools zur Verfügung. Dadurch können voll ausgebildete Lehrkräfte – wie etwa pensionierte Lehrkräfte oder Lehrkräfte in Elternzeit – sowie weitere Vertretungskräfte mit adäquater fachlicher Qualifikation eingesetzt werden.

Ganz klar: ja! - In fast allen Schularten konnte der Unterrichtsausfall auf einem niedrigen Niveau stabilisiert werden. Aus diesem Grund werden die Maßnahmen fortgeführt bzw. ausgeweitet.

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