Bayern und Tschechien: Sprachgipfel zeigt das Miteinander beider Länder auf

Lehrer und Schüler, Bürgermeister und Unternehmer vertiefen die Beziehungen zwischen Bayern und Tschechien. Beim Sprachgipfel in Bad Kötzing lobte Kultusstaatssekretär Bernd Sibler das vielfältige Engagement: „Diese Initiativen bereichern unser schulisches Bildungsangebot und schaffen ein Klima des Miteinanders.“

„Die freundschaftliche Beziehung zur Tschechischen Republik ist für Bayern nicht nur ein wertvolles Geschenk, sondern auch eine dauerhafte interkulturelle Aufgabe. Heute ist es uns allen gemeinsam gelungen, unsere Initiativen einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen und sie auszubauen. Der Markt der Möglichkeiten wirkte als Katalysator, um neue Ideen umzusetzen.“ Dieses Fazit zog Kultusstaatsekretär Bernd Sibler heute im Anschluss an den deutsch-tschechischen Sprachgipfel, zu dem er nach Bad Kötzting eingeladen hatte. „Diese vielfältigen Initiativen bereichern unser schulisches Bildungsangebot, schaffen ein Klima des Miteinanders und bieten neue Möglichkeiten der Kooperation in Wirtschaft und Kultur. Gemeinsam mit unseren Partnern aus der Region können wir Brücken zwischen unseren Ländern und den Menschen bauen“, so der Staatssekretär.

An rund 30 Ständen informierten Schulen und Bildungsinstitutionen über verschiedene Programme, Projekte und Kooperationen zwischen tschechischen und bayerischen Partnern. Staatssekretär Bernd Sibler und der Regensburger IHK-Präsident Peter Esser beleuchteten die Beziehungen zwischen Bayern und der tschechischen Republik aus bildungspolitischer und wirtschaftspolitischer Sicht. „Wir freuen uns über die dynamische wirtschaftliche Entwicklung in Tschechien, denn eines ist klar: Die starke Partnerschaft und wirtschaftliche Vernetzung mit unseren tschechischen Nachbarn macht auch uns zu Profiteuren dieser Entwicklung“, erläuterte Esser. „Um diese Entwicklung erfolgreich fortzuschreiben, müssen wir miteinander reden können, das heißt: Wir müssen die Sprache unserer Nachbarn sprechen.“

Vielfältiges schulisches Angebot

Tschechien und seine Kultur begeistert an etlichen Schulen bayerische Schüler

Tschechien und seine Kultur begeistert an etlichen Schulen bayerische Schüler

Die Ideen und Initiativen, die Sprache und Kultur der tschechischen Nachbarn den jungen Menschen in Bayern näher zu bringen, sind vielfältig. Dies zeigte die Veranstaltung in Bad Kötzting. Im schulischen Bereich zählen dazu:

- zahlreiche Schulpartnerschaften und Austauschprogramme mit Tschechien,
- das Gastschuljahr für Schülerinnen und Schüler aus der Tschechischen Republik,
- das Programm „Botschafter Bayerns“ für bayerische Schülerinnen und Schüler,
- der Erwerb von Sprachzertifikaten in Zusammenarbeit mit der Karlsuniversität Prag,
- tschechische Sommerkurse für Lehrkräfte aus Bayern,
- der Jugendaustausch über den Bayerischen Jugendring,
- schulische Initiativen mit der regionalen Wirtschaft oder auch
- grenzüberschreitende Kooperationen im schulischen und außerschulischen Sport.

Staatssekretär Sibler verwies in diesem Zusammenhang auf die wertvolle Zusammenarbeit zwischen dem tschechischen Ministerium für Schulwesen, Jugend und Sport und dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus: „Unsere Kooperation umfasst sowohl allgemein bildende als auch berufliche Schulen und legt einen weiteren Akzent auf die Lehrerbildung.“ Diese Zusammenarbeit will er weiter ausbauen.
Wolfgang Ludwig, Bürgermeister der Stadt Bad Kötzting, ergänzt: „Unsere Heimat, der Bayerische Wald und der direkt angrenzende Böhmerwald auf tschechischer Seite, sind unser gemeinsamer Lebens- und Wirtschaftsraum. Europa kann nicht nur „von oben“ von der Politik verordnet werden, sondern muss sich vor allem von unten, bei und aus den Menschen vor Ort heraus entwickeln und zusammen wachsen. Hier müssen wir bereits mit der gemeinsamen Sprachausbildung in den Schulen beginnen.“

Tschechisch als Unterrichtsfach ist in allen bayerischen Schularten verankert, sei es als Arbeitsgemeinschaften an Grund- und Mittelschulen, als Wahlfach an Realschulen, als Wahlfach oder spät beginnende Fremdsprache an Gymnasien oder gar als Ausbildungsangebot an beruflichen Schulen. Vorreiter sind hier die Realschulen insbesondere in der Oberpfalz, von denen rund 70 Prozent Wahlunterricht in Tschechisch anbieten. Flankiert wird dieses Unterrichtsangebot beispielsweise von 165 bayerisch-tschechischen Schulpartnerschaften, die die Grundlage für wechselseitige Besuche von fast 6.000 Schülerinnen und Schülern auf beiden Seiten bilden.

Über Sprache Menschen erreichen

Staatssekretär Sibler dankte allen deutschen und tschechischen Bildungspartnern für ihr Engagement und ihre Bereitschaft, die nachbarschaftlichen Beziehungen weiter zu vertiefen. „‚Kolik řečí znáš, tolikrát jsi člověkem - So viele Sprachen du sprichst, so oft bist du Mensch’. Dieses tschechische Sprichwort macht anschaulich, wie wichtig interkulturelle Bildung ist. Dazu gehört unbedingt auch der Erwerb fremdsprachlicher Kenntnisse, weil diese uns einen vertieften Zugang zur jeweils anderen Kultur eröffnen“, so der Staatssekretär abschließend.

Stand: 24. Oktober 2012

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