Die Podiumsteilnehmer bei der Diskussionsrunde in der Sparkasse Erlangen
Über die Chancen aber auch über die Gefahren des Lernens in Zeiten des Internets haben Experten im Rahmen der Medieninitiative Erlangen diskutiert. Staatssekretär Bernd Sibler betonte die Möglichkeiten der digitalen Revolution.
„Medienbildung vs. Medien und Bildung“ war das Thema der Podiumsdiskussion auf Einladung der Medieninitiative Erlangen. Die Medieninitiative hat es sich zum Ziel gesetzt, die Wirkung des Internets auf die gesamte Lebenswelt zu untersuchen. Die private Kommunikation, das Freizeitverhalten, aber auch die Schule und die Arbeitswelt werden in immer stärkerem Maße Teil eines Web 2.0, eines Mitmach-Internets. Technische Innovationen entfalten dabei mittelbare und unmittelbare Wirkungen auf gesellschaftliche Prozesse. Auf dem Podium diskutierten mit Bernd Sibler Professor Gunther Dueck, Medienpädagoge Benjamin Jörissen und Gertrud Reichert-Brod, Schulleiterin am Emmy-Noether-Gymnasium in Erlangen.
„Die Folgen der fundamentalen Umwälzungen im Bereich der Medien wie auch der Informations- und Kommunikationstechnologie sind vielfältig und wegen ihrer Komplexität nur sehr schwer abschätzbar“, sagte Kultusstaatssekretär Bernd Sibler in Erlangen. „Gerade die Schulen stehen vor großen Herausforderungen. Lehrerinnen und Lehrer sind heute gerade im Bereich der Medienkompetenzen besonders gefordert. Der Unterricht wird sich durch digitales Lernen verändern, einzelne Inhalte werden anders – etwa interaktiver oder anschaulicher – vermittelt, und Schülerinnen und Schülern entwickeln dabei neue Kompetenzen im Umgang mit neuen Medien.“
Staatssekretär Bernd Sibler
Sibler nannte die Medieninitiative einen „hervorragenden Beitrag dafür, Bildung ganzheitlich zu gestalten. Denn die Veränderung des Unterrichtsalltags im Medienzeitalter ist eine komplexe und anspruchsvolle Aufgabe für unsere Schulen – insbesondere für unsere engagierten Lehrerinnen und Lehrer. Was dabei wichtig ist, das hat Bill Gates auf den Punkt gebracht:
„Lehrer müssen im Zeitalter der Infobahn anders unterrichten. Das stimmt. Aber sie werden weiter gebraucht. Die Kinder wollen nicht einfach allein zu Hause sitzen und am Bildschirm Lernstoff in sich hineinsaugen. Sie brauchen die Gruppe, sie brauchen den menschlichen Aspekt, sie brauchen den Lehrer.“
Allerdings wird die Fokussierung auf den Computer differenziert betrachtet. So sagte Staatssekretär Bernd Sibler: „Mit der Erfindung des Computers und des Internets scheint es für manch einen so, als wären Tafel und Kreide nunmehr überflüssig geworden. Aber: Ich setze bewusst ein Fragezeichen dahinter. Der Computer ist ein Medium neben anderen. Ich halte zunächst die solide Vermittlung der Basiskompetenzen Schreiben, Lesen und Rechnen für unsere zentrale Aufgabe. Gerade in ihrem innovativen Charakter liegt die besondere Herausforderung der neuen Medien: Nur wenn sie imUnterricht sinnvoll und zielgerichtet eingesetzt werden, können sie einen hohen Mehrwert für Schüler und Lehrer entfalten und zu einer echten Bereicherung der Schulen werden.“
Die Diskussionsrunde wurde vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet, die Ausstrahlung ist auf br alpha geplant am Samstag, 9. Juni 2012 um 22:30 Uhr.
Stand: 11. Mai 2012 Fotos: Medieninitiative
