Neuerscheinung: „Die politische Ordnung in Deutschland“
In der
Landeszentrale ist jetzt das G-Heft zur politischen Ordnung in Deutschland
wieder verfügbar (in der wesentlich erweiterten und
aktualisierten 11. Auflage). Das „G 1“ informiert umfassend,
straff und stringent über die wesentlichen Strukturprinzipien der
politischen Ordnung in Deutschland wie auch – und dieser Teil ist
in der neuen Auflage besonders ausführlich ergänzt worden – über
die neuen Koordinaten innerhalb der Europäischen Union, ohne die
nationalstaatliche Mechanismen kaum mehr hinreichend beschreibbar sind. mehr...
Peter März:
Zwischen dem langen 19. Jahrhundert und dem kurzen 20. Jahrhundert: Der Erste
Weltkrieg
Nahezu hundert Jahre liegen zwischen dem Zusammenbruch des napoleonischen
Imperiums, das letztlich an überdehnter Machtprojektion gescheitert
war, und dem Ausbruch des ersten großen Weltkonfliktes im Industriellen
Zeitalter. Zahlensymbolik darf man nicht überstrapazieren, aber
unbestreitbar ist zugleich, dass es sich hier jeweils um tiefe Einschnitte
in die europäische und schließlich in die Weltgeschichte handelt.
Sie betreffen mehr als jeweils ein Land und eine Großmachtauseinandersetzung.
Und wenn auch die Unterschiede die Analogien überwiegen mögen,
spricht doch vieles zumindest für eine Annahme, für die Vermutung
nämlich, dass sich in beiden Fällen, in der europäischen
Auseinandersetzung mit dem napoleonischen Frankreich wie im Konflikt
der Westmächte und Russlands mit Deutschland und seinen Verbündeten – die
hier deutlich zurücktraten – jeweils das klassische europäische
Muster bestätigte, dass der Kontinent keinen und schon gar keinen
ambitionierten, lautstarken und aggressiven Hegemon verträgt. mehr...
Peter März:
Torgau an der Elbe
Wer in Deutschland an die zentrale politische
und religiöse Weichenstellung
der Reformation denkt, hat Wittenberg, den Ort des lutherschen Thesenanschlages,
Worms, die Stadt, wo es zur Konfrontation zwischen Luther und Kaiser Karl V.
kam, und Augsburg, den Platz des Religionsfriedens von 1555, im Blickpunkt.
Wer hingegen an die sächsische Kleinstadt Torgau, knapp 50 Kilometer östlich
von Leipzig an der Elbe gelegen, denkt, richtet sein historisches Erinnern
primär auf das Zusammentreffen amerikanischer und sowjetischer Streitkräfte
Ende April 1945 an diesem Ort.
Freilich findet der Reisende, den es im Sommer
2004 mehr oder weniger absichtlich in diese Kleinstadt verschlägt, sehr
viel mehr vor als ein in Machart und Diktion noch ganz typisches Denkmal aus
den Zeiten der kommunistischen Diktatur, das den Sieg der Roten Armee bejubelt
und, schon um einige Grade kühler, auch den Beitrag der westlichen Alliierten
zur Niederwerfung Hitlerdeutschlands erwähnt. mehr...
Studien- und Informationsfahrt in die Pfalz
Historische, zeitgeschichtliche
und politisch-strukturelle Themen sollen bei der Informations- und Studienreise
in die bis 1946 bayerische Pfalz im Mittelpunkt stehen, die die Landeszentrale
für interessierte
Multiplikatoren der politischen Bildung anbietet. Die Fahrt findet vom 8.
bis 11. September 2004 statt. mehr...
Monika Franz:
Fundamente europäischer
Identität, Teil II
In der unübersehbaren Fülle der Europaliteratur besteht weitgehend
Einigkeit über die von Edgar Morin 1987 auf den Punkt gebrachte
Unklarheit darüber, was nun eigentlich unter Europa zu verstehen
sei.
Das heutige Europa nahm in einem Jahrhunderte langen Prozess entlang
vielfältiger Bruchlinien Konturen an: Die Genese der europäischen
Staatenwelt war geprägt von einer großen Zahl von Konflikten,
von Antagonismen und Koalitionen. Europa blieb in der Pluralität
seiner politischen, philosophischen, konfessionellen, literarischen,
künstlerischen Auseinandersetzungen ein mehr oder weniger homogener
Kulturkreis, dessen Einfluss prägend für viele andere Regionen
der Welt wurde. 2) Eric Hobsbawm spricht von einem fortwährenden „Prozess
der Konfrontation und Differenzierung“ 3), der eben das spezifisch
Europäische ausmache.
mehr...
Nachgefragt: Nationalstaatlicher Gestaltungsspielraum im Rahmen der EU
Im Gefolge des in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 07. 06. 2004 erschienenen Artikels „Mythos und Wirklichkeit“ von Bundesverfassungsrichter Professor Di Fabio entspann sich ein kurzer Briefwechsel zwischen dem Autor und Monika Franz, Mitarbeiterin in der Landeszentrale. Gegenstand der Korrespondenz waren Fragen, die im Zusammenhang mit der Verabschiedung des Verfassungsentwurfs durch die europäischen Staats- und Regierungschefs eine besondere Aktualität gewonnen haben.
Wir danken Herrn Professor Di Fabio für die freundliche Erlaubnis zur Publikation dieser brieflichen Stellungnahme. mehr...