Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit

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Fremdveröffentlichungen: 300554

Emanzipation durch Muskelkraft
Juden und Sport in Europa
von Michael Brenner/Gideon Reuveni
272 Seiten
Göttingen 2006

Erschienen bei: Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen - 3-525-56992-0

Inhalt

1.      Warum Juden und Sport?
          Michael Brenner .......

2.      Muskeljuden versus Nervenjuden
Moshe Zimmermann
(aus dem Englischen von Lilli Herschhorn)

3.      Jüdische Körper zum Ansehen: Jüdische Turner und ihre Körperutopien im Deutschen Kaiserreich
Daniel Wildmann

4.      Sport und die Militarisierung der jüdischen Gesellschaft
          Gideon Reuveni 

5.      Kraftmensch Siegmund Breitbart: Interpretationen des jüdischen Körpers
          Sharon Gillerman
(aus dem Englischen von Rüdiger Hentschel)

6.      Juden im deutschen Sport während der Weimarer Republik
Jacob Borut
(aus dem Englischen von Rüdiger Hentschel)

7.      Die Politik in der jüdischen Sportbewegung in Polen zwischen den Weltkriegen
Jack Jacobs
(aus dem Englischen von Lilli Herschhorn)

8.      Hakoah Wien: Gedanken über eine Legende
          John Bunzl

9.      Ein kultureller Code ? Antisemitismus im österreichischen Sport der Ersten Republik
Michael John

10.    Juden, Antisemitismus und Sport in England
Tony Collins
(aus dem Englischen von Lilli Herschhorn)

11.    „Ein Gift, mit echt jüdischer Geschicklichkeit ins Volk gespritzt":
Nationalsozialistische Judenverfolgung und das Ende des mitteleuropäischen Profifußballes, 1938-1941
Rudolf Oswald

12.    Fußball und seine Funktionen für das Überleben im Exil.
Das Beispiel der NS-Flüchtlinge in Shanghai
Albert Lichtblau

13.    Ichud Landsberg gegen Makabi München. Der Sport im DP-Lager 1945-1948
Philipp Grammes 

14.    Fußball und Antisemitismus in Ungarn: Fußballerische Rivalitäten vor Beginn der kommunistischen Herrschaft
Victor Karady/Miklös Hadas
(aus dem Französischen von Konrad Honsei)

15.    Wo ein Yid kein Jude ist: Ein seltsamer Fall von Fan-Identität beim englischen Fußballklub Tottenham Hotspur
John Efron (aus dem Englischen von Konrad Honsei)


Vielleicht liegt es an der Unsportlichkeit der heute an der jüdischen Geschichte Interessierten, dass Juden und Sport als Gegensätze wahrgenommen werden. Dieser Sammelband setzt ein Gegengewicht. Anders als die meisten Publikationen zur jüdischen Geschichte erforschen seine Herausgeber Michael Brenner und Gideon Reuveni nicht die Rolle des Geistes, sondern der Muskeln in der Konstruktion und Rezeption jüdischer Identität im Europa des 20. Jahrhunderts. Sport diente sowohl als Vehikel der Inklusion als auch als Mittel der Exklusion und wurde zum Zweck der Emanzipation sowohl auf individueller wie auf kollektiver Ebene eingesetzt. In diesem Spannungsfeld bewegen sich die 15 Aufsätze. Ihre Autoren beleuchten das Verhältnis von Sport und Ethik und schreiben, ganz nebenbei, eine spannende Sport- und Gesellschaftsgeschichte.

Die Herausgeber
Dr. phil. Michael Brenner ist Professor für Jüdische Geschichte und Kultur an der Universität München.

Dr. phil. Gideon Reuveni ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-Projekt Jüdische Geschichtsschreibung im 20. Jahrhundert an der Universität München.



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