Flexible Grundschule: Das Projekt nimmt weiter Fahrt auf

Staatssekretär Thoms Kreuzer freut sich über die positive Resonanz von Lehrern und Eltern auf die Flexible Grundschule

Staatssekretär Thoms Kreuzer freut sich über die positive Resonanz von Lehrern und Eltern auf die Flexible Grundschule

„Flexible Grundschule“ ist ein Versuch mit Modellschulen in ganz Bayern. Die Jahrgangsstufen 1 und 2 werden dabei als jahrgangsgemischte Eingangsstufe geführt. Nach einem Jahr Praxistest wurde bei einer Vollversammlung in Freising eine sehr positive Zwischenbilanz gezogen.

20 Modellschulen aus allen Regierungsbezirken machen seit Beginn dieses Schuljahres mit: Das Projekt „Flexible Grundschule“ ist eine Kooperation des bayerischen Kultusministeriums mit der Stiftung Bildungspakt Bayern. Die Kinder zweier Jahrgänge lernen dabei in der Eingangsstufe zusammen – diese Eingangstufe kann ein, zwei oder drei Jahre lang sein. In der Flexiblen Grundschule bleiben die Schulkinder demnach zwischen drei und fünf Jahren.

Die flexible Eingangsstufe ermöglicht individuelle Förderung

Die flexible Eingangsstufe ermöglicht individuelle Förderung

Den Grundgedanken hinter diesem flexiblen Konzept beschrieb Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle so: „Wir brauchen eine individuelle Förderung für alle Kinder, auch für die schwächeren und stärkeren". Der Modell- versuch wurde sorgfältig vorbereitet und besteht seit fast einem Jahr auch im Praxistest. Die beteiligten Lehrkräfte und Schulleitungen, Mitarbeiter der Schulämter und Regierungen haben sich nun zu einer Vollversammlung in Freising getroffen. Neben der Analyse des Projekts wurden Methodik und Didaktik des Projektfortschritts besprochen.

„Die Monate intensivster Arbeit in den Klassen- und Lehrerarbeitszimmern, aber auch in den die konzeptionelle Arbeit leistenden Gremien haben sich gelohnt“, sagte Kultusstaatssekretär Thomas Kreuzer in Freising, „die flexible Grundschule erfährt ein grundsätzlich sehr positives Echo an den Schulen und in der Öffentlichkeit.“

Der Staatssekretär strich die große bildungspolitische Bedeutung heraus: „Wir denken Schule ´vom Kind aus´. Der Modellversuch stellt den einzelnen Schüler noch stärker als bisher in den Mittelpunkt. Das erste schulische Angebot soll sich optimal an die individuelle Entwicklung anpassen.“

Dabei sind die Voraussetzungen, die Kinder zu Beginn der Grundschule haben, oft sehr verschieden: Familiäre, soziale und kulturelle Faktoren spielen ebenso eine Rolle wie Begabung, Motivation und individueller Entwicklungsstand. Gemeinsames Lernen nutzt gerade bei solcher Heterogenität – so die Erfahrungen der Teilnehmer der Vollversammlung. Es bleibt die Frage nach der Einstufung der Schüler. „Welche Formen der Leistungserhe- bung brauchen wir, um unterschiedlichen Lernwegen angemessen Rechnung zu tragen?“ fragte Staatssekretär Kreuzer.

Prof. Dr. Dr. Werner Wiater von der Uni Augsburg

Prof. Dr. Dr. Werner Wiater von der Uni Augsburg

Zur Beantwortung dieser Frage war Professor Dr. Dr. Werner Wiater geladen. Der Lehrstuhlinhaber für Schulpädagogik an der Universität Augsburg hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt, warum man Leistungen benoten sollte. Nach seiner Meinung muss Schule Persönlichkeitsentwicklung, aber auch Leistungserziehung bieten. Zum Interview.

Staatssekretär Thomas Kreuzer sieht, dass die Flexible Grundschule von den  Lehrkräften „ein hohes Maß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft“ verlangt. „Es gibt noch keine genauen Landkarten und Fahrpläne, aber eine ordentliche Portion Pioniergeist. Sie leisten einen enorm wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Grundschule und damit des Fundaments unseres differenzierten bayerischen Schulwesens.“

Stand: 24. Mai 2011

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