Begabtenförderung am Gymnasium Hochbegabtenklassen

In den Förderklassen werden Schüler mit Spitzenbegabungen ergänzend zu dem an der Stundentafel und an den Lehrplänen orientierten Unterricht durch besondere Unterrichts- und Betreuungsangebote in ihrer kognitiven, emotionalen und sozialen Entwicklung gefördert.
Das Förderangebot richtet sich nicht nur an Kinder, deren herausragende Begabung durch entsprechende schulische Leistungen dokumentiert wird, sondern kommt auch in Fällen in Betracht, in denen zwar nur mäßige Schulleistungen vorliegen, in denen jedoch besondere Kreativität und Originalität beim Umgang mit Problemen oder Befunde der Begabungsdiagnostik das Vorliegen einer weit überdurchschnittlichen Intelligenz vermuten lassen.

Standorte

An folgenden Schulen sind derzeit Förderklassen für Hochbegabte eingerichtet:
- Gymnasium bei St. Stephan Augsburg
- Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth (mit Internat)
- Comenius-Gymnasium Deggendorf (mit Internat)
- Otto-von-Taube-Gymnasium Gauting
- Maria-Theresia-Gymnasium München
- Dürer-Gymnasium Nürnberg
- Kepler-Gymnasium Weiden
- Deutschhaus-Gymnasium Würzburg

Am Matthias-Grünewald-Gymnasium Würzburg bestehen derzeit Förderklassen für musikalisch Hochbegabte.

Aufnahme

Anträge von Eltern auf Aufnahme ihres Kindes in eine Förderklasse sind über die bisherige Schule möglichst frühzeitig (Anmeldeschluss in der Regel Mitte März) an das in Frage kommende Gymnasium zu richten.

Die Anträge sollen eine kurze Begründung der Bewerbung enthalten. Darüber hinaus sind mindestens folgende Unterlagen beizufügen:

  • Jahreszeugnis der 3. Klasse, Information der Grundschule über den Leistungsstand Ende Januar, Übertrittszeugnis (Anfang Mai nachzureichen),
  • Hinweise auf zusätzliche Qualifikationen musikalischer, künstlerisch-gestalterischer, sportlicher und sozialer Art aus dem außerschulischen Bereich,
  • ggf. weitere vorhandene Unterlagen.

Interessierten Eltern wird empfohlen, sich frühzeitig bei den in Frage kommenden Schulen über besondere Bewerbungsvoraussetzungen informieren. Die Schulen entscheiden auch darüber, ob Bewerber zu dem mehrstufigen Aufnahmeverfahren eingeladen werden, bei dem mittels einer Begabungstestung und eines Testunterrichts ein Urteil über die Eignung für den Besuch einer Förderklasse gewonnen werden soll. Auf der Basis der einzureichenden Unterlagen und des Aufnahmeverfahrens treffen die Schulen die endgültige Entscheidung über die Aufnahme. Ein Anspruch auf Aufnahme besteht nicht.

Informationsbroschüre Hochbegabtenklassen an bayerischen Gymnasien

Studie zu Hochbegabtenklassen

In einer gemeinsamen Kabinettssitzung des Landes Baden-Württemberg und des Freistaats Bayern haben die Landesregierungen beschlossen, ihre Erfahrungen auf pädagogischem Gebiet sowie entsprechende konzeptionelle Überlegungen auszutauschen und gegenseitige Hospitationen durchzuführen. So wurden von 2008 bis 2012 Hochbegabtenzüge der beiden Länder unter Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Julius-Maximilians-Universität Würzburg) wissenschaftlich begleitet („Projekt zur Untersuchung des Lernens in der Sekundarstufe“, kurz: PULSS). Dabei wurde die Effizienz der heute schon verwirklichten Maßnahmen an den Schulen mit dem Ziel der Optimierung überprüft. Erwartungen und Sichtweisen von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Lehrkräften wurden in den Erfahrungsaustausch einbezogen und durch die Studie bewertet. Das Projekt wurde von der Karg-Stiftung großzügig unterstützt.
Zu den Untersuchungsbereichen zählten das Aufnahmeverfahren, die Leistungsentwicklung der Schülerinnen und Schüler, die Qualifikation der Lehrkräfte, die Unterrichtsdidaktik sowie die Umsetzung der Förderprinzipien der „Akzeleration“ und des „Enrichment“, wobei sich die Evaluation nicht auf die Unterrichtssituation und Leistungsentwicklung beschränkte, sondern auch Aspekte der sozialen Integration und des Arbeitsverhaltens mit einbezog. An jedem Standort wurden Hochbegabtenklassen von zwei aufeinanderfolgenden Jahrgangsstufen in die Evaluation einbezogen und zum Vergleich die Entwicklung in den Parallelklassen untersucht. Strukturierte Interviews mit Lehrkräften, Unterrichtstagebücher und Fragebögen kamen als Erhebungsmethoden für die Klärung pädagogischer und fachdidaktischer Fragestellungen zum Einsatz.

Die Auswertung der erhobenen Daten erbrachte eine eindrucksvolle Bestätigung für die hohe Qualität dieses Förderangebots. So wiesen die Schülerinnen und Schüler der Hochbegabtenklassen beispielsweise einen deutlichen Leistungsvorsprung auf – und dies auch dann, wenn man die überdurchschnittlich Begabten Schülerinnen und Schüler der Regelklassen zum Vergleich heranzog. Die Schüler- bzw. Elternbefragungen erbrachten zudem auch im Bereich der sozio-emotionalen Entwicklung der Geförderten erfreuliche Befunde. So wurde allgemein angegeben, dass die Kinder durch den Besuch der Förderklassen deutlich lieber zur Schule gingen als zuvor.

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