Deutsch-französischer Tag: Schüler schreiben einen Freundschaftsvertrag in Hieroglyphen

Kultusminister Ludwig Spaenle, Museumsdirektorin Sylvia Schoske und Generalkonsul Emmanuel Cohet

Kultusminister Ludwig Spaenle, Museumsdirektorin Sylvia Schoske und Generalkonsul Emmanuel Cohet

Der Ort war ungewöhnlich: Im Ägyptischen Museum in München präsentierten Schüler Kultusminister Ludwig Spaenle ihre Arbeit zum Deutsch-Französischen Tag. Dieser wird als Erinnerung an die Unterzeichnung des Élysée-Vertrages rund um den 22. Januar gefeiert. In diesem Jahr helfen ein kleiner Gallier und Tintin bei der Völkerverständigung.

Eine außergewöhnliche Schrift, die der bayerische Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle in der Hand hält – eine Papyrus-Rolle, bedeckt mit handgeschriebenen Hieroglyphen. Der Text des exotischen Schriftstücks: Eine ägyptische Übersetzung des Élysée-Vertrages, mit dem Deutschland und Frankreich am 22. Januar 1963 ihre Freundschaft besiegelten. Seitdem wird der Deutsch-Französische Tag im Januar gefeiert.

Geschrieben hatten den Text Schülerinnen und Schüler aus zehn bayerischen Klassen, Gymnasial- und Realschulklassen waren daran ebenso beteiligt, wie die Französische Schule Jean Renoir und die Europäische Schule. Die Schüler waren an zwei Veranstaltungstagen im Ägyptischen Museum. In einer französisch-sprachigen Führung wurde ihnen dabei das Museum vorgestellt und vor allem die Hieroglyphen genauer erläutert. In einem Hieroglyphen-Workshop lernten sie dann das Schreiben der uralten, heiligen Zeichen.

Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle wies auf den Zusammenhang Ägypten-Frankreich-Deutschland hin: „Das Bild vom alten Ägypten von vielen unserer Schülerinnen und Schüler ist von einem weltbekannten französischen Werk geprägt: dem Comic Asterix und Kleopatra“, sagte Minister Spaenle. Der Zeichner des Comics, der Franzose Albert Uderzo, erfand dazu seine eigenen Hieroglyphen. „Als Zeichen für Gallien hat er die Silhouette von Frankreich verwendet“, sagte Ludwig Spaenle, der selber ein großer Fan des kleinen Galliers ist.

Für die Übersetzung des Freundschaftsvertrages mussten die Schüler sicher länger über die Kombination einiger ägyptischer Schriftzeichen nachdenken. Über diesen spielerischen Zugang ist es den Lehrkräften gelungen, die Schülerinnen und Schüler zu begeistern – und sie erreichten damit eine sehr intensive Auseinandersetzung mit den Inhalten des Élysée-Vertrages.

Eine Beachtung, die dieser Vertrag unbedingt verdient, meinte Kultusminister Spaenle. Er erinnerte daran, dass vor zwei Generationen Frankreich noch als „Erbfeind“ galt. „Heute vor fast genau 49 Jahren vereinbarten jedoch Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle eine weitreichende politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit. Der Élysée-Vertrag ist seither ein Symbol für die feste Freundschaft zwischen unseren beiden Völkern“, so Kultusminister Spaenle.

 Die Früchte dieses Freundschaftsvertrages reifen noch immer: Frankreich belegt schon seit vielen Jahren beim internationalen Schüleraustausch unangefochten den Spitzenplatz. Es bestehen mehr als 500 bayerisch-französische Schulpartnerschaften, mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler aus beiden Ländern nehmen pro Jahr an einem Austausch in der Gruppe teil.

Schülerin der Abibac-Klasse

Schülerin der Abibac-Klasse

Kultusminister Spaenle erinnerte auch an die vielen Projekte, die in Bayern zum Französisch-lernen animieren, zum Beispiel die Classes musée, die es Schülern ermöglichen, eine Woche an einem Museum in Paris zu verbringen. Das Jugendfilmfestival Cinéfête präsentiert französische Filme im Original in zahlreichen Kinos in Bayern. Und nicht zuletzt können Bayerns Schüler ein Sprach-Diplom erwerben, das DELF-Diplom, welches vom französischen Staat vergeben wird. Oder sie können an ausgewählten Gymnasien neben dem bayerischen auch das französische Abitur ablegen. Schüler einer solchen Abibac-Klasse, der 10. Klasse des Oskar-von-Miller-Gymnasiums, schrieben ein großes Kapitel des modernen Papyrus.

 Er wird übrigens nicht in der Grabkammer einer Pyramide verschlossen – Kultusminister  Spaenle und  Museumsdirektorin Sylvia Schoske überreichten ihn dem französischen Generalkonsul Emmanuel Cohet. Er will den Papyrus als Zeichen der Freundschaft an den französischen Botschafter in Berlin weiterleiten.

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Stand: 20. Januar 2012

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